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1. Platz beim ADAC-Tourismuspreis 2021: Sterneninsel Pellworm. Gerhard Hillebrand (ADAC SH) und Minister Bernd Buchholz freuen sich mit Kurdirektorin Sarah Michna, Thomas Tallowitz, Oliver Jedath, und Silke Wissel. (von links).

Gruppenbild mit Minister Bernd Buchholz (3. von links) und ADAC-Vorsitzender Schleswig-Holstein, Gerhard Hillebrand (2. von links). Auch Bettina Bunge (TA.SH, re.) und Catrin Homp (2.v.re.) vom Tourismusverband Schleswig-Holstein freuen sich mit den drei Preisträgern.

29.09.2021 Rainer Pregla

  „Unseren Jubel über diesen Preis hört man von hier bis Pellworm“, strahlte Kurdirektorin Sarah Michna. Sobald man das Licht ausschalte, tue man etwas für den Umweltschutz. Das Motto laute „Wie schön, dass es so dunkel ist.“ Dies solle den Besuchern mitgegeben werden. Inzwischen habe die renommierte International Dark-Sky Association Pellworm das begehrte Zertifikat als „Sterneninsel“ erteilt, als erste Insel in Schleswig-Holstein.   

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz, der auch Schirmherr des alle zwei Jahre ausgerichteten ADAC-Tourismuspreises ist, fand lobende Worte: „Sie alle haben Ihre Kreativität unter Beweis gestellt, obwohl Sie vermutlich in den letzten Monaten auch andere Sorgen hatten.“ 

 

ADAC-Vorsitzender Hillebrand hatte zuvor die Umstände für den Tourismus während der vergangenen 18 Monate skizziert: „Wie viele andere Branchen wurde der Tourismus voll  ausgebremst.“ Auch wenn der Echte Norden bei den Übernachtungen mit einem Rückgang von „nur“ 20 Prozent vergleichsweise milde davongekommen sei, habe die Branche heftig gelitten. „Hinzu kommt, dass angesichts des Klimawandels und extremer Wetterlagen bei jedem Urlaub die Frage mitschwingt, wie wir den berechtigen Wünschen nach Urlaub und Freizeitvergnügen auf der einen Seite und verantwortungsvolles Handeln für eine lebenswerte Zukunft unseres Planeten auf der anderen Seite in Einklang bringen können“, sagte Hillebrand.   

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz betonte, dass die Kriterien des Wettbewerbs genau an dieser Stelle hochaktuell seien und allen Akteuren der Branche als Vorbild dienen können.  „Schleswig-Holsteins Tourismusbranche ist wieder im Aufwind. Sie hat auch von den vier Modellprojekten 2021, in de-

nen corona-konformes Urlauben ermöglicht wurde, deutlich profitiert“, so der Minister weiter.  

Den zweiten Preis erhielt die Ostseefjord Schlei GmbH aus Schleswig für das Projekt Naturpark & Ostseefjord Schlei – Nachhaltige Tourismusentwicklung. „Wachstum des Tourismus in der Region und Natur- und Umweltschutz müssen keine Gegensätze sein. Naturverbundene Projekte und  Angebote, wie beispielsweise die Tierbestimmungshilfe oder die Naturparkschule seien ebenso gelungen, wie die Möglichkeiten zu naturnahen Aktivitäten wie Kanufahren, Wandern oder Besuche im Erlebnismuseum. „Die innovative Umsetzung des Konzepts in nachhaltig orientierte Bahnen hat überzeugt“, heißt es in der Begründung der Jury. 

„Unser Konzept läuft unheimlich gut“, befand Max Triphaus  von der Ostseefjord Schlei GmbH. Der Preis sei eine tolle Bestätigung für die Aktivitäten, die auch deshalb so gut liefen, weil „wir auf Kooperationen und Vernetzung setzen“. 

 Der dritte Platz ging an das Angebot „Radtouren Nordfriesland“ aus Klixbüll. Die Region in Nordfriesland werde von vielen Reisenden eher als Durchfahrtsgebiet zu den nordfriesischen Inseln wahrgenommen. Dabei gibt es in dem Landkreis über 1000 Kilometer lange ausgeschilderte Radwege. „Der noch recht junge Trend der E-Bike-Nutzung kommt im Kontext mit einem ausgesprochen weitläufigen und fahrradfreundlichen Gebiet zum Tragen. Das Ganze kombiniert mit nachhaltig orientierten Themen-Touren wie zur Windenergie lädt wortwörtlich zu einer gebündelten „Erfahrung“ ein“, heißt es in der  

Begründung der Jury. 

 „Wir sind mit dem Radtourenkonzept erst seit drei Monaten am Start. Unsere Gäste sind in dieser Zeit schon 70.000 Kilometer geradelt“, sagte Birte Lachenmann von Radtouren Nordfriesland. Highlight seien die Schlemmertouren. „Dabei kommen allerdings mehr Kalorien als Kilometer zustande“, scherzte Lachmann.  

Der ADAC-Tourismuspreis für die drei Preisträger ist mit einem Leistungspaket im Gesamtwert von rund 35.000 Euro dotiert, das sich aus Medialeistungen und verschiedenen Gutscheinen der Projektpartner zusammensetzt, so dass die  drei Preisträger neue Möglichkeiten der Vermarktung ihrer Angebote  erhalten.  

Die Auszeichnung wurde vom Tourismusverband Schleswig-Holstein e. V. (TVSH) und der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH) zum sechsten Mal in Folge verliehen, seit 2012 ist der ADAC Schleswig-Holstein dabei. 

 

„Kundenwünsche und Märkte verändern sich. Unsere Touristikerinnen und Touristiker im Land entwickeln ihre Angebote permanent weiter, um Gäste glücklich zu machen und langfristig an unser attraktives Reiseland zu binden“, betonte Bettina Bunge, Geschäftsführerin Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH. Die Projekte für den ADAC-Tourismuspreis seien nicht nur nachhaltig und innovativ, sondern richteten sich qualitativ hochstehend auch an der Tourismusstrategie Schleswig-Holstein 2025 aus. „Wir gratulieren herzlich, danken aber auch all den anderen, die sich jeden Tag für unseren Tourismusstandort einsetzen“, sagte Bettina Bunge. 

„Die Konkurrenz innerhalb von Deutschland, aber auch europa- und weltweit ist groß und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Reisebeschränkungen wieder aufgehoben werden. Deshalb braucht der 

Schleswig-Holstein-Tourismus innovative und nachhaltige Angebote, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, unterstrich Catrin Homp, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Schleswig-Holstein e.V. 

Am ADAC-Tourismuswettbewerb 2021 nahmen 19 touristische Regionen, lokale Tourismusorganisationen, touristische Orte oder Leistungsträger teil, von denen fünf nominiert wurden. In einem mehrstufigen Prozess, bei dem in Zeiten der Pandemie teilweise auch digitale Abstimmungstools zum Einsatz kamen, wurden schließlich die drei Preisträger ermittelt.