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Das Fahrassistenzsystem von Mercedes behält nicht nur Geschwindigkeit und Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug bei, sondern erkennt auch Tempoänderungen. (C) ADAC / Uwe Rattay

03.04.2018

ADAC untersucht fünf Geschwindigkeitsassistenten

„Blitzerversicherung“ werden die Fahrsicherheitsassistenten zur intelligenten Geschwindigkeitsregelung auch genannt, weil sie zusätzlich zum Tempomaten mit Abstandsregler (ACC) auch noch das jeweilige Tempolimit auf Verkehrszeichen lesen und berücksichtigen. Wie effektiv die „Intelligent Speed Adaptation“-(ISA)-Assistenten arbeiten und ob sie zur Verkehrssicherheit beitragen können, hat der ADAC in einer Studie mit fünf Pkw untersucht.

Rund ein Viertel aller Pkw-Unfälle sind laut ADAC Unfallforschung auf nicht angepasste Geschwindigkeit und zu geringen Abstand zurückzuführen. Ursachen, die ein intelligenter Geschwindigkeitsassistent verhindern soll. Deshalb denkt die EU-Kommission über eine verpflichtende Einführung der ISA-Assistenten nach. Das Prinzip erscheint auf den ersten Blick überzeugend: Audi A4, BMW 7er, Mercedes S-Klasse und VW Arteon verfügen über regelnde Systeme, die selbstständig den Abstand zum Vordermann wahren sowie über eine Schildererkennung verfügen. Audi, Mercedes und VW passen ihre Fahrweise sogar dem Straßenverlauf und den Kurvenradien an. Ford Galaxy hat als Einziger eine intelligente Limiter-Funktion: Hier hat der Fahrer den Fuß am Gaspedal, aber sobald der Wagen schneller als vorgeschrieben fährt, reduziert das System selbsttätig die Geschwindigkeit, indem es den Motor drosselt. Angst vor einer Zwangsbremsung muss niemand haben, bei allen Fahrzeugen lässt sich das System übersteuern.

Als umständlich erwies sich der ISA-Assistent von BMW, der bei jeder Geschwindigkeitsänderung eine Bestätigung per Knopfdruck vom Fahrer verlangt. Das stellt zwar sicher, dass kein Erkennungsfehler zum falschen Tempo führt, Erkennungs- und Kartenfehler sind jedoch auch die Schwachpunkte bei allen ISA-Kandidaten im Test. Dr. Reinhard Kolke, Leiter des ADAC Technikzentrums: „Wir haben bei den Systemen eine Fehlerquote von durchschnittlich 10 Prozent festgestellt und raten daher dringend, sich nicht blind auf einen solchen Assistenten zu verlassen. Blitzt es doch, bleibt in jedem Fall der Fahrer verantwortlich.“

Quelle: ADAC